Erweiterung Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Anlass/Ziel

Gegenstand des Verfahrens ist die Entwicklung eines Gebäudes oder Gebäudeensembles zur Aufnahme der Erweiterungsflächen des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud und weiterer Nutzungen (Gewerbeflächen, Büro- und Wohnnutzungen sowie museumsaffine Nutzungen). Planungsziel ist, das Wettbewerbsgebiet mit einem angemessenen Nutzungsmix zu entwickeln, der die teilweise Nutzung als Museum berücksichtigt und insgesamt die Ausstrahlung eines Kulturbaus besitzt sowie städtebaulich und architektonisch sensibel auf sein direktes Umfeld (Museumsbau von O.M. Ungers, Rathaus und zukünftiges Jüdisches Museum) reagiert.

Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud gehört zu den bedeutendsten Gemäldegalerien in Deutschland. Seine Sammlung mittelalterlicher Malerei genießt Weltruhm. Stefan Lochners „Muttergottes in der Rosenlaube“ ist ihr Höhepunkt. Weitere Highlights des Kölner Hauses sind die Malerei des Barock mit Gemälden von Rubens, Rembrandt, Murillo bis Boucher, die deutsche Romantik sowie der französische Realismus und Impressionismus. Mit den Bildern der Fondation Corboud besitzt das Wallraf-Richartz-Museum die umfangreichste Sammlung impressionistischer und neoimpressionistischer Kunst in Deutschland. Manet, Monet, Renoir, Pissarro, Sisley und Signac sind im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud ebenso mit Meisterwerken vertreten wie van Gogh, Cézanne, Gauguin, Ensor und Munch. Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud liegt inmitten der Kölner Altstadt unweit von Dom und Rathaus.

Aufgrund der beengten Raumsituation in dem 2001 fertig gestellten Museum werden räumliche Ausbaumöglichkeiten in einem Umfang von ca. 1.000 qm netto Ausstellungsfläche gesucht. Diese Erweiterung soll den umfangreichen Bestand des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud einem breiten Publikum zugänglich machen und einen wichtigen kulturellen Beitrag für die Stadt Köln leisten. Neben dieser reinen Ausstellungsfläche benötigt das Museum rund 500 qm zusätzliche Flächen für die Vorbereitung. Dazu gehören die Anlieferung, ein separater Raum für die Akklimatisierung der Klimakisten, ein Raum für den Registrar und die Zustandskontrolle der Gemälde (an Gitterwänden), ein Lager für die Leerkisten und eines für Vitrinen, Sockel, Ausstellungswandmodule sowie Nebenräume.

Für den Neubau steht das städtische Grundstück Martinstraße 34-42 (Flurstück 1184) des ehemaligen Kaufhauses Kutz, in direkter Nachbarschaft zum Museum, sowie das Grundstück der Martinstraße 30 zur Verfügung. Durch die Bebauung des Wettbewerbsgebietes besteht die Chance, mit einer dem Standort gerechten, adäquaten Lösung, diesen innerstädtischen Bereich mit seinen vielfältigen Funktionen zu komplettieren. Das Areal von ca. 1.653 qm Grundstücksfläche soll neben den Erweiterungsflächen des Museums zusätzlich mit museumsaffinen Nutzungen, attraktiven Wohn- und Büronutzungen sowie Flächen für Einzelhandel verdichtet werden.

Wettbewerbsaufgabe ist die Entwicklung eines hochbaulichen Konzeptes für das Planungsareal, in dem der Erweiterungsbau des Museums auf Grundlage des Raum- und Funktionsprogramms eine besondere Rolle einnimmt. Ziel der Stadtplanung ist eine dem Standort angemessene Komplettierung des Stadtraumes sowie eine adäquate architektonische Ergänzung der bedeutenden umgebenden Architekturen. Darauf aufbauend ist eine attraktive und imagefördernde Struktur zu entwickeln, in der sich die Erweiterungsflächen als behutsame Weiterentwicklung des Museums abbilden. Die Erlebbarkeit des bestehenden Museumsgebäudes soll möglichst wenig beeinträchtigt werden. Hier sind gebäudeintern kreative Lösungsansätze gefragt, die in subtilem Umgang mit den Belangen des Bestandes eine prägnante Innenraumsituation der gemeinsamen Erschließung mit dem Ergänzungsbau entwickeln.

Ziel des Wettbewerbs ist die Erlangung eines realisierbaren Entwurfskonzeptes, das die museumspädagogischen/didaktischen, funktionalen, betriebstechnischen und wirtschaftlichen Anforderungen erfüllt und sich auf überzeugende Weise mit den städtebaulichen und architektonischen Ansprüchen des Stadtraums auseinandersetzt. An das Gebäudeensemble werden hohe Anforderungen bezüglich des Städtebaus, des Denkmalschutzes sowie des ökologischen und kostensparenden Bauens gestellt.

Das Planungsareal sowie das angrenzende Straßenland von Martinstraße und Marsplatz sind als Bodendenkmäler in die Denkmälerliste der Stadt Köln eingetragen. Unter den Kellerböden der niedergelegten Bebauung haben sich am Fuß des Niederterrassenabfalls zur Rheinaue die römische Stadtmauer aus dem späten 1. Jahrhundert n. Chr., die an der Westseite von einer Straße begleitet wird, ein östlich vorgelagerter Kai, der Westrand einer verfüllten, bis in die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. als Naturhafen genutzten Altrheinrinne sowie mittelalterliche Keller erhalten. Eine Sichtbarmachung der Bodendenkmäler, die unterhalb der Bestandskeller liegen, ist nicht angestrebt. Vielmehr soll das bis in eine Tiefe von ca. H. 35,50 m ü. DHHN reichende Bodenarchiv, das sich durch einen hohen Anteil an Feuchtbodensedimenten auszeichnet, möglichst ungestört dauerhaft erhalten werden.

Die Baukosten für die Gesamtmaßnahme (reine Baukosten nach Kostengruppen 300–400 nach DIN 276 Neu) sind mit rund 17,0 Mio. Euro (netto) angenommen. Von den Wettbewerbsteilnehmern wird ein städtebaulich, architektonisch und funktional anspruchsvoller Entwurf erwartet, der möglichst eine höchst zulässige Ausnutzung des Wettbewerbsareals und somit eine höchst mögliche Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die weiteren Nutzungen anstrebt.

Verfahren

Der Wettbewerb wird als einphasiger begrenzter Wettbewerb mit 18 teilnehmenden Architekturbüros ausgelobt. Das Wettbewerbsverfahren ist anonym. Der Auslobung liegen grundsätzlich die „Regeln für die Auslobung von Architektenwettbewerben“ (RAW 2004) zugrunde, soweit im Auslobungstext nichts abweichendes geregelt ist. Sie sind Bestandteil der Auslobung. An der Vorbereitung des Wettbewerbs hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen beratend mitgewirkt. Diese hat die Übereinstimmung mit den Regeln für die Auslobung von Wettbewerben bestätigt. Die Übereinstimmung ist unter der Registrier-Nr. W25/13 am 02.07.2013 festgestellt worden.

Die Auslobung des Wettbewerbs erfolgt als einphasiger, begrenzter Wettbewerb nach RAW 2004 mit 18 Teilnehmern.

Das gesamte Wettbewerbsverfahren ist bis zum Abschluss anonym.

Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.

Preisgericht

Fachpreisrichter/innen

• Andreas Bründler, Architekt, Basel
• Prof. Christl Drey, Stadtplanerin, Architektin, Kassel, Köln
• Prof. Annette Hillebrandt, Architektin, Wuppertal, Köln
• Franz-Josef Höing, Stadt Köln, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr
• Prof. Wolfgang Lorch, Architekt, Saarbrücken
• Prof. Andreas Meck, Stadtplaner, Architekt, München
• Jürgen Minkus, Architekt, Köln
• Jórunn Ragnarsdóttir, Architektin, Stuttgart
• Dr. Thomas Werner, Stadt Köln, Stadtkonservator
• Peter L. Wilson, Architekt, Münster
• Prof. Bernhard Winking (Vorsitz), Architekt, Hamburg

Stellvertretende Fachpreisrichter/innen

• Anne Luise Müller, Leiterin Stadtplanungsamt, Stadt Köln
• Prof. Hans-Peter Achatzi, Architekt, Köln
• Dirk Lämmel, Architekt, Leipzig
• Prof. Hilde Barz-Malfatti, Architektin, Weimar

Sachpreisrichter/innen

• Gerard Corboud, Stifter Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Dr. Marcus Dekiert, Direktor Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Prof. Alfred Neven DuMont, Stifterrat Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Peter Jungen, Stifterrat Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Claas Kleyboldt, Stifterrat Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Susanne Laugwitz-Aulbach, Dezernentin für Kunst und Kultur, Stadt Köln
• Karl Klipper, CDU-Fraktion
• Dr. Eva Bürgermeister, SPD-Fraktion, Vorsitzende des Ausschusses Kunst und Kultur
• Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion
• Barbara Moritz, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Stellvertretende Sachpreisrichter/innen

• Michael Lohaus, Dezernat für Kunst und Kultur, Stadt Köln
• Engelbert Rummel, Geschäftsführender Betriebsleiter der Gebäudewirtschaft, Stadt Köln
• Dipl. Rest. Iris Schaefer, Chefrestauratorin, Wallraf-Richartz-Museum & Fondotaion Corboud, Stadt Köln

Sachverständige

• Martin Diederichs, Rechtsanwalt, Koordinator des Investorenauswahlverfahrens
• Dr. Marion Grams-Thieme, Konservatorin, Stadt Köln
• Uwe Grimsehl, Amt für Brücken und Stadtbahnbau, Stadt Köln
• Monika Hallstein, Stadtplanungsamt, Stadt Köln
• Christian Jasper, Dezernat für Kunst und Kultur, Stadt Köln
• Dr. Roland Krischel, Stellvertretender Direktor Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
• Christian Manderla, Gebäudewirtschaft ( Projektleitung), Stadt Köln
• Martina Schmitz, Gebäudewirtschaft (Projektleitung), Stadt Köln
• Britta Schümmer, Stadtplanungsamt. Stadt Köln
• Elisabeth M. Spiegel, Römisch-Germanisches Museum / Bodendenkmalpflege, Stadt Köln
• Henning von Berg, Rechtsanwalt, Koordinator des Investorenauswahlverfahrens
• Stephan Zielinski, Bauaufsichtsamt, Stadt Köln

Termine

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen: 31.07.2013
Preisrichtervorbesprechung + Rückfragenkolloquium: 20.08.2013
Beantwortung der Rückfragen: bis 26.08.2013
Abgabe der Wettbewerbsarbeiten (Pläne): 21.10.2013
Abgabe der Wettbewerbsarbeiten (Modell): 28.10.2013
Preisgerichtssitzung: 18.11.2013
Ausstellung/Vorstellung der Arbeiten: Ende November 2013

Preisträger

Anerkennungen

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