Neues Rathaus Bernau bei Berlin

Anlass/Ziel

Die Stadt Bernau bei Berlin beabsichtigte den Neubau eines Rathauses anstelle des zu jener Zeit bestehenden Verwaltungsgebäudes an der Ecke Grünstrasse/Bürgermeisterstrasse um damit ihre kommunale Verwaltung stärker in der Innenstadt zu konzentrieren. Neben verwaltungsinternen Überlegungen, verbunden mit der räumlichen Nähe der Verwaltungsstandorte untereinander, sollte die Erreichbarkeit für die Bürger verbessert und gleichzeitig eine funktionelle Stärkung und gestalterische Aufwertung des Stadtkerns von Bernau bei Berlin erreicht werden.

In einer von der Unternehmensberatung real plan erarbeiteten Wirtschaftlichkeitsanalyse (2010) wurde mit Blick auf die angestrebte Zentralisierung der kommunalen Verwaltung der Stadt vorgeschlagen, die peripher gelegenen Standorte zugunsten eines innerstädtischen Standortes aufzugeben und die Verwaltung auf dem Grundstück Bürgermeisterstrasse / Ecke Grünstrasse zu konzentrieren. Dort befand sich ein Verwaltungsgebäude aus den 1960er Jahren, welches bereits zum Teil von der Stadtverwaltung genutzt wurde. Im Ergebnis der Umstrukturierungen der Verwaltung fungierte dieser Standort dann als Neues Rathaus neben dem historischen Rathaus am Marktplatz 2.

Die städtebauliche Bedeutung des Standortes für die Stadt und die architektonisch anspruchsvolle Aufgabe eines Rathausneubaus legten es nahe, diese Gestaltungsaufgabe durch einen architektonisch städtebaulichen Wettbewerb lösen zu lassen.

Zur Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens wurde 2012 und 2013 der Standort Bürgermeisterstrasse / Grünstrasse mit vertiefenden Gutachten zum Gebäudebestand und zur städtebaulichen Bebaubarkeit untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen flossen in der Aufgabenstellung dieses Wettbewerbsverfahren ein und bestärkten den Auslober zur Durchführung des Verfahrens.

Die Wettbewerbsteilnehmer waren aufgefordert ein Entwurfskonzept zu erarbeiten, welches auf die sensible städtebauliche Situation im Spannungsfeld zwischen Markt und Kirchplatz reagiert, wo denkmalgeschützte Einzelbauten früherer Jahrhunderte im Kontrast zur industriellen Bauweise der 1970er und 1980er Jahre stehen und das Gleichzeitig der Bedeutung des Neuen Rathauses im Zentrum der Stadt Bernau gerecht wird. Bei der Gestaltung des Bauvorhabens bedurften die Entwicklung der Kubatur, die Maßstäblichkeit des Gebäudes sowie die Ausformulierung der Dachlandschaft und die nutzungsstrukturelle Erdgeschossausbildung einer besonderen Beachtung.

Es wurde ein städtebaulicher Entwurf gewünscht der unter Betrachtung des gesamten Baufeldes sowie der bestehenden Bau- und Straßenfluchten das Planungsgebiet nachhaltig und zukunftsweisend ordnet. Die Herausforderung des Wettbewerbs bestand darin, in einem von architektonischen Kontrasten geprägten Stadtraum eine funktionelle und gestalterische Lösung zu entwickeln, die zur Aufwertung des bedeutendsten städtebaulichen Bereiches der Innenstadt von Bernau bei Berlin beiträgt.

Das Neue Rathaus wurde seitens des Auslobers als ein modernes, auf die Besucher und Mitarbeiter der kommunalen Dienststellen zugeschnittenes Gebäudeensemble gesehen, welches geeignet ist, das Stadtbild an einer herausgehobenen städtischen Lage zu qualifizieren und gleichzeitig einen Beitrag zur funktionellen Aufwertung des Standortes sowie zur Funktionsstärkung der Altstadt zu leisten.

Von den Wettbewerbsteilnehmern wurde ein architektonisch anspruchsvoller Entwurf unter dem Aspekt des energieoptimierten Bauens im Sinne eines innovativen energie- und kosteneffizienten Gebäudekonzeptes nach EnEV 2013 mit einer Unterschreitung um mindestens 5% bezogen auf die Neubauanforderungen ab 1.1.2016 erwartet.

Verfahren

Die Auslobung erfolgt als nichtoffener, einstufiger Realisierungswettbewerb für Architekten. Das gesamte Wettbewerbsverfahren wurde anonym durchgeführt.

Preisgericht

Fachpreisrichter/innen

• Prof. Jörg Friedrich, Architekt, Hamburg
• Christian Keller, Architekt, Cottbus
• Prof. Heinz Nagler, Architekt / Stadtplaner, Cottbus
• Prof. Kirsten Schemel, Architektin, Berlin
• Prof. Jörg Springer, Architekt, Berlin

Stellvertretende Fachpreisrichter/innen

• Brigitte Kochta, Architektin, Berlin
• Petr Bath, Architekt, Berlin

Sachpreisrichter/innen

• Sylvia Hirschfeld, Leiterin Stadtplanungsamt, Stadt Bernau bei Berlin
• Margot Ziemann, Bürgerin der Stadt Bernau bei Berlin
• Eckhard Ilge, Dezernent des Bauamtes der Stadt Bernau bei Berlin
• Simone Rochow, Leiterin Bauamt, Stadt Bernau bei Berlin

Stellvertretende Sachpreisrichter/innen

• Andrea Müller, Stadtplanungsamt, Stadt Bernau bei Berlin
• Michael Hellmund, Stadtverordneter, Stadt Bernau bei Berlin
• Kirstin Plokarz, stellv. Leiterin Bauamt, Stadt Bernau bei Berlin

Sachverständige

• Viola Lietz, Hauptamtsleiterin, Stadt Bernau bei Berlin
• Christian Filter, Stadtplanungsamt, Stadt Bernau bei Berlin
• Walter Bitzer, ews, Stadtsanierungsgesellschaft mbH, Berlin
• Thomas Klemp, Personalrat, Stadt Bernau bei Berlin
• Dr. Wera Groß, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege

Termine

Ankündigung des Auswahlverfahrens: 07.04.2014
Einsendeschluss der Bewerbungen: 08.05.2014
Auswahlsitzung der Teilnehmer: 19.05.2014
Auslobung des Wettbewerbs: 23.05.2014
Rückfragenkolloquium / Preisrichtervorbesprechung: 06.06.2014
Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 11.08.2014
Preisgericht: 05.09.2014

Preisträger

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