Bildungscampus Wittstock/Dosse – alte Tuchfabrik

Anlass/Ziel

Ausgehend von der landkreislichen Schulentwicklungsplanung 2007-2012 wurde 2010 erstmals eine Schulstandortplanung für die Stadt Wittstock/Dosse im Entwurf erarbeitet, in dem u.a. auf Basis mehrerer Prognosevarianten Einschätzungen zur zukünftigen Schulentwicklung vorgenommen, die bestehenden Schulstandorte hinsichtlich ihres grundsätzlichen Zustandes sowie ihrer stadträumlichen Einordnung bewertet und erste Varianten zur ihrer möglichen Verortung im Stadtgebiet diskutiert wurden. In 2012 erfolgte die Fortschreibung des landkreislichen Schulentwicklungsplanes für den Zeitraum 2012-2017, dessen Aktualisierung derzeit zeitversetzt zur vorliegenden Schulstandortplanung (Dezember 2016) vorbereitet wird.

Die Entwicklung der Schülerzahlen an den Grundschulen sowie weiterführenden Schulen der Stadt Wittstock/Dosse ist in den kommenden Jahren aus derzeitiger Sicht stabil. Unter Berücksichtigung von Schwankungen in einzelnen Jahren kann davon ausgegangen werden, dass die heutige Nachfrage im kommunalen Schulangebot mit zwei Grundschulen (Waldring-Grundschule und Diesterweg-Grundschule), einer Oberschule sowie einem Gymnasium auch bis 2025 und darüber hinaus bestehen bleibt.

Die Stadt Wittstock/Dosse hat sich zum Ziel gesetzt, das bestehende Schulangebot zu stärken und mit Blick auf die zukünftigen Anforderungen zu qualifizieren. Ziel ist hierbei, die Schulstandorte gemäß den baulichen und pädagogischen Anforderungen der „Schule von morgen“ anzupassen. Damit verbunden ist ein bedarfsgerechtes Schulangebot, das ausreichende Kapazitäten vorhält, um flexibel auf zukünftige Schülerentwicklung reagieren zu können. Außerdem strebt die Stadt an, ein zukunftsorientiertes Schulangebot zu schaffen, das über die pädagogischen Grundanforderungen hinausreicht und innerhalb dessen vielfältige Lern- und Erfahrungsräume für Schüler und Lehrer gleichermaßen bereitgestellt werden.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Wittstock/Dosse frühzeitig mit der Prüfung bestehender Potenzialflächen im Kernstadtbereich begonnen. Vorrangiges Ziel ist es, das Schulangebot mit Blick in die Zukunft zu qualifizieren und auch weiterhin im Kernstadtgebiet zu bündeln. Die Planungen zur Revitalisierung und Umnutzung der Alten Tuchfabrik am Dosseteich (WHI) fließen daher in die Schulstandortplanung 2025 ein und stellen einen wesentlichen Aspekt bei der Entwicklung von Varianten zur Schulstandortplanung 2025 dar.

Neben dem Erhalt eines wichtigen, stadtbildprägenden Denkmals und der umfassenden Aufwertung des Bildungs- und Wirtschaftsstandorts sollen zusätzlich Synergie- und Raumpotenziale am neuen Standort generiert werden.

Ziel des Wettbewerbs ist die Entwicklung eines Schulzentrums durch Umzug der sehr beengten Diesterweg-Grundschule und Verlagerung der peripher gelegenen Dr.-Wilhelm-Polthier-Oberschule an den Standort Alte Tuchfabrik am Dosseteich. Hierfür sollen das sechsgeschossige Produktionsgebäude, das Kesselhaus sowie die angrenzenden Sheddachhallen der ehemaligen Wegenerschen Tuchfabrik am heutigen Walter-Schulz-Platz zu einem Schulgebäude umgeplant werden. Der gesamte Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz, sodass die Einpassung der Schulnutzung unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen erfolgen muss.

Das neue Schulzentrum stellt einen bedeutenden Teil des zukünftigen Bildungscampus Wittstock/Dosse am Standort der Alten Tuchfabrik am Dossteteich dar. Dieser soll in beispielhafter Weise die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte mit dem Übergang in den Beruf verbinden. Neben der Entwicklung des Schulzentrums, welches als Ankernutzung für den Standort fungiert, werden weitere Nutzungsangebote zur beruflichen Orientierung und Weiterbildung sowie zum Berufseinstieg geschaffen. So ist geplant die Volkshochschule und Musikschule in einem der Gebäude am Walter-Schulz-Platz – der Villa oder dem Industriegebäude 1905 – anzusiedeln.

Das Raumprogramm für die 3-zügige Grundschule (im Folgenden als Primarstufe benannt) mit Ganztagsangeboten und die 3-zügige Oberschule (im Folgenden als Sekundarstufe benannt) umfasst eine Nutzungsfläche von rund 7.300 qm.

Für die Baumaßnahmen sind Bauwerkskosten in den Kostengruppen 300-400 von ca. 24,9 Mio. Euro (brutto) vorgesehen. Für die Pausen-, Frei- und Sportaußenflächen (Kostengruppen 500) stehen ca. 2,3 Mio. Euro (brutto) zur Verfügung. Die Eröffnung des Schulzentrums ist für 2023/24 geplant, die Fertigstellung des Gesamtstandorts für 2025 vorgesehen.

Verfahren

Die Auslobung erfolgt als nichtoffener, einphasiger interdisziplinärer Realisierungswettbewerb für Architekten/Innen (Hochbau), bauvorlageberechtigte Ingenieure und auswärtige Berufsangehörige mit gleichwertiger Qualifikation nach RPW 2013, in Bewerbergemeinschaft mit Landschaftsarchitekten/Innengemäß §3 der Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013).

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der öffentlichen Bekanntmachung (Nr. 2019/S 087-209547) im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union, veröffentlicht am 6.05.2019, in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW) folgende Teilnehmer durch Losverfahren bestimmt:

  1. M 4 A R C H I T E K T E N, Berlin, mit Hager Partner AG, Berlin
  2. Alten Architekten GmbH, Berlin, mit Henningsen Landschaftsarchitekten PartG mbB, Berlin
  3. Anderhalten Architekten GmbH, Berlin mit mit TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbh, Berlin
  4. CKRS Architektengesellschaft GmbH, Berlin, mit geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
  5. ARCHITEKTURBUERO 1 ZT GmbH, Linz (A), mit el:ch landschaftsarchitekten gbr, München
  6. kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Leipzig, mit Architekturbüro Leinhäupl + Neuber GmbH, Berlin
  7. pussert kosch architekten PartGmbB BDA, Dresden, mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
  8. Michel + Wolf Architekten GmbH, Stuttgart, mit Jetter Landschaftsarchitekten, Stuttgart
  9. DFZ Architekten GmbH, Hamburg, mit BHF Bendfeldt Herrmann Franke LandschaftsArchitekten GmbH, Schwerin
  10. SEHW Architektur GmbH, Berlin, mit ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

Die folgenden Teilnehmer hat der Auslober nach denselben Kriterien vorab ausgewählt:

  1. AFF Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, mit Landschafts.Architektur Birgit Hammer, Berlin
  2. Bruno Fioretti Marquez, Berlin, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH, Berlin
  3. Numrich-Albrecht-Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, mit ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin
  4. ppp architekten + Stadtplaner gmbh, Lübeck, mit arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg
  5. pbr Planungsbüro Rohling AG Architekten Ingenieure, Berlin, mit capatti staubach urbane landschaften, Berlin

Preisgericht

Fachpreisrichter/innen
  • Bärbel Kannenberg, Architektin, Wittstock
  • Jörg Friedrich, Architekt, Hamburg
  • Jörg Springer, Architekt, Berlin
  • Kirsten Schemel, Architektin, Berlin
  • Marcel Adam, Landschaftsarchitekt, Potsdam
Stellvertretende Fachpreisrichter/innen
  • Christoph Dieck, Architekt, Cottbus
  • Pia von Zadow, Landschaftsarchitektin, Potsdam
Sachpreisrichter/innen
  • Jörg Gehrmann, Bürgermeister, Stadt Wittstock/Dosse
  • Burkhardt Schultz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Dorothea Stüben, Stellvertretende Bürgermeister, Stadt Wittstock/Dosse
  • Andreas Fink, Referat Stadtentwicklung, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Potsdam
Stellvertretende Sachpreisrichter/innen
  • Björn Schäfer, 1. stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Martin Bünning, Amtsleiter Amt für Stadtentwicklung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Bernd Hamann, Bauamtsleiter, Stadt Wittstock/Dosse
  • Angelika Noack, Ausschussvorsitzende für Kultur und Soziales, Stadt Wittstock/Dosse
Sachverständige
  • Andreas Salgo, Baudenkmalpflege, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Zossen
  • Matthias Baxmann, Baudenkmalpflege – Technik- und Industriedenkmalpflege, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Zossen
  • Axel Zippel, Untere Denkmalschutzbehörde, Bau- und Umweltamt Landkreis Ostprignitz-Ruppin
  • Roswitha Hruby, Bauamt, Sachgebiet Hochbau, Stadt Wittstock/Dosse
  • Maik Weber, Bauamt, Sachgebiet Gebäudemanagement, Stadt Wittstock/Dosse
  • Sabine Hentschke, Amt für Stadtentwicklung, Sachgebetsleiterin Planung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Victoria Juraschek, Amt für Stadtentwicklung, Sachgebiet Planung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Leonhard Mascheski, Amt für Stadtentwicklung, Sachgebiet Bauverwaltung, Stadt Wittstock/Dosse
  • Peggy Kuschinski, Amtsleiterin Kämmerei, Stadt Wittstock/Dosse
  • Stefanie Klahn, Amt für Bildung, Jugend und Kultur, Stadt Wittstock/Dosse
  • Doris Kerfin, Staatliches Schulamt Neuruppin, Land Brandenburg
  • Eckhard Schulz, Staatliches Schulamt Neuruppin, Land Brandenburg
  • Eva-Maria Vanino, Schulleiterin, Dr. Wilhelm-Polthier-Oberschule, Wittstock/Dosse
  • Kerstin Knacke, Schulleiterin, Diesterweg Grundschule, Wittstock/Dosse
  • Nicole Mittelstädt, Leiterin Kita Kinderland, Stadt Wittstock/Dosse
  • Karin Uecker, B.B.S.M. Brandenburgische Beratungsgesellschaft, für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Potsdam
Kammervertretung

Heidrun Fleege, Architektenkammer Brandenburg

Der Auslober behält sich vor, weitere Sachverständige bzw. Vorprüfer zu benennen.

Termine

Auslobung des Wettbewerbs: 12.06.2019

Rückfragen bis: 21.06.2019 bis 16.00 Uhr

Ortsbesichtigung / Rückfragenkolloquium: 25.06.2019, ab 13.00 Uhr

Beantwortung der Rückfragen bis: 02.07.2019

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 23.08.2019

Preisgericht: 23.09.2019

Ausstellung: im Anschluss

Preisträger