Entwicklung Universität Potsdam am Standtort Am Neuen Palais

Anlass/Ziel

Das Land Brandenburg, vertreten durch das Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg, vertreten durch den Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, plant für den Nutzer, die Universität Potsdam, die Verbesserung der Arbeits-, Lehr- und Forschungsbedingungen am Standort „Am Neuen Palais“ der Universität Potsdam.

Aufgrund der Lage im gestalteten Landschaftsraum „Westpark Sanssouci“ und im Wirkungsfeld der UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ wurde im Jahr 2012 in gemeinsamer Abstimmung von Landeshauptstadt Potsdam, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Brandenburgischem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Universität Potsdam und Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen und 2014 unterzeichnet, welche die landschaftspflegerische Reparatur und bauliche Neuordnung des Universitätscampus am Neues Palais, aufgegliedert in vier Abschnitte über die nächsten Jahrzehnte, regelt. Auf Basis dieser Verwaltungsvereinbarung wurde 2014/15 ein Architektenwettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnis die Grundlage für u. a. die Planung und Realisierung des 1. Bauabschnitts (Baufeld 1 A + B) bildet.

Im 1. Bauabschnitt sind zunächst zentrale Einrichtungen mit teilweise technisch sehr anspruchsvollen Nutzungen (insbesondere Rechenzentrum, audiovisuelles Zentrum und Druckerei) sowie eine neue Heizzentrale für den gesamten Universitätsstandort am Neuen Palais vorgesehen. Der mit dem 1. Preisausgezeichnete Wettbewerbsentwurf (Arch.: Bruno Fioretti Marquez Architekten GbR Berlin) sieht hierfür den Neubau von zwei kompakten 2-geschossigen Baukörpern als Massivbauten mit Pultdächern und zentral gelegenen begehbaren Innenhöfen vor und integriert die Heizzentrale in die Neubebauung. Aufgrund der hydrologischen Gegebenheiten soll eine Unterkellerung nicht erfolgen.

Im Bereich des Heizhauses wurden Bodenverunreinigungen festgestellt. Die Konstruktion der im Wettbewerbals 2-schalig, mit tragenden Stahlbetonwänden, Kerndämmung und Ziegelvorsatzschale vorgeschlagenen Fassade soll unter Beibehaltung des Erscheinungsbildes technisch und wirtschaftlich optimiert werden.

Aufgrund der Lage im Weltkulturerbe sind die Gebäudehöhen begrenzt und sichtbare Dachaufbauten nicht zulässig.

Die Gründung erfolgt voraussichtlich als Flachgründung mit tragender Sohlplatte, der Wettbewerbsbeitrag sieht abgesenkte Bereiche vor. Die Decken sind zu den Höfen hin auskragend stützenfrei vorgesehen. Der Abbruch des bestehenden Heizhauses und die Errichtung der Neubebauung werden so geplant, dass jederzeit die Wärmeversorgung des Standortes gewährleistet ist.

Für den Zentralserver, Herzstück der Informationsverarbeitung und Kommunikation der Universität, strebt der Nutzer eine Prüfung, Auditierung und Zertifizierung der IT-Infrastruktur durch den TÜV nach dem Kriterienwerk Trusted Site Infrastructure (TSI), mind. Level 2, an. Die Gewährleistung einer kontinuierlichen technischen Verfügbarkeit der Servereinheiten hat sehr hohe Priorität.

Im Bereich des Rechenzentrums wie auch der Druckerei werden (ruhende) konzentrierte Lasten (Server, Lagerregale usw.) auftreten, sodass hier in Abhängigkeit von der Einzellast die Tragfähigkeit des Bauteils jeweils gesondert nachzuweisen sein wird. Dem Schallschutz wird besondere Bedeutung beigemessen.

Verfahren

Ausgeschrieben waren die Leistungen der Tragwerksplanung gem. HOAI 2013 § 51.

Termine

Veröffentlichung EU-Auftragsbekanntmachung: 12/2015
Bewerbungsfrist: 01/2016
Verhandlungsgespräche: 03/2016