Anlass/Ziel

Entsprechend Beschluss des Rats der Stadt Ratingen vom 24.3.2011 bleibt der Zentralstandort Minoritenstrasse 2-6 für das Rathaus erhalten und wird, soweit möglich und wirtschaftlich, zum Teil saniert und im Übrigen erneuert.

Ziel der Maßnahme ist eine Sanierung schadstoffbelasteter Bauteile (insbesondere PCB, in geringerem Umfang auch Asbest und KMF) sowie eine Behebung energetischer, brandschutztechnischer und funktionaler Mängel des vorhandenen Gebäudekomplexes verbunden mit einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, bezogen auf die Flächenausnutzung wie auch die energetische Bewirtschaftung.

Darüber hinaus wird eine Erweiterung der Tiefgarage um ca. 50 Stellplätze und veränderte Erschließung erwogen. Die diesbezügliche Planung ist jedoch nicht Bestandteil der beabsichtigten Beauftragung; die Möglichkeit muss bei der Planung jedoch berücksichtigt werden.

Die Altsubstanz spiegelt die Entwicklung des Bauens mit Beton vor 35 Jahren wieder (Betonbrutalismus). Sie weist bauphysikalische (z.B. Einfachverglasung, unzureichende Dämmung) und brandschutztechnische Defizite sowie Schäden in der tragenden Betonkonstruktion, an den tragenden Fassadenteilen und z.T. auch an den Sichtbetonflächen auf. Der zu erhaltende Westflügel muss im Zuge der Sanierung voraussichtlich überwiegend bis auf den Rohbau zurückgebaut, die Fassaden mit deutlich verbessertem Wärmeschutz ausgebildet, die Haustechnik nach dem neuesten Stand der Technik und den geltenden Vorschriften durch eine neue, sehr energieeffiziente Gebäudetechnik ersetzt werden.

Die Neubebauung soll den Rathausplatz neu fassen, die Architektursprache soll den Spannungsbogen zwischen den historischen Bauteilen des Minoritenklosters und dem Rathaus der 70er Jahre herstellen und durch ein Konzept aus einem Guss ergänzen. Dieses soll nach heutigen Möglichkeiten und Erkenntnissen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit weiter entwickelt werden. Alle Maßnahmen bedürfen i.R. des Umgebungsschutzes für das Minoritenkloster einer denkmalrechtlichen Erlaubnis.

Mit dem Abriss des Osttraktes und damit der Freistellung des ehemaligen Minoritenkloster und der Möglichkeit, eine Fußwegverbindung in Richtung Trinsenturm und einen neuen Platz vor bzw. neben dem Rathaushauptgebäude und dem ehemaligen Minoritenkloster zu schaffen, sowie mit der Teil-Sanierung des westlichen Bautraktes und Revitalisierung von Tiefgarage und Keller im Verbund mit einem niedriggeschossigeren Hauptgebäude sollen eine bessere städtebauliche Eingliederung des Gesamtkomplexes erreicht und die stadtgestalterischen und architektonischen Baumöglichkeiten der heutigen Zeit beispielhaft umgesetzt und im öffentlichen Raum dargestellt werden.

Das Gesamtprojekt soll nach dem Stand der Technik ausgeführt werden und sich durch eine ganzheitliche und innovative Lösung auszeichnen. Es soll vorbildlich sein in Bezug auf die effiziente Nutzung der Ressourcen und die Ausgestaltung der Verwaltungsarbeitsplätze. Folgender Energiestandard ist angestrebt: EnEV 2012 minus 20 % (Neubau) und EnEV 2012 (Altbau).

Verfahren

Der Auftrag umfasst Leistungen der Tragwerksplanung gem. HOAI § 49 für die vorstehend beschriebenen Baumaßnahmen: nahezu alle Leistungen der Leistungsphasen 1 bis 6 sowie ausgewählte Besondere Leistungen.

Die Objektplanung inkl. Schadstoffsanierung und die in die Gesamtplanung zu integrierenden weiteren Fachplanungs-/ Beraterleistungen werden separat beauftragt (insb. Baufeldfreimachung, Technische Ausrüstung, Thermische Bauphysik, Schallschutz und Raumakustik, Brandschutz, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, Freianlagen).

Eine losweise Vergabe der Planungsleistungen ist aufgrund der Komplexität der Bauaufgabe nicht beabsichtigt. Die Vergabe erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen.

Termine

Veröffentlichung EU-Auftragsbekanntmachung: 02.07.2011
Bewerbungsfrist: 28.07.2011, 14.00 Uhr
Verhandlungsgespräche: 28.09.2011
Veröffentlichung EU-Bekanntmachung vergebener Aufträge: 17.02.2012