Entwicklung Universität Potsdam am Standort Am Neuen Palais

Anlass/Ziel

Das Land Brandenburg, vertreten durch das Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg, vertreten durch den Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, plant für den Nutzer, die Universität Potsdam, die Verbesserung der Arbeits-, Lehr- und Forschungsbedingungen am Standort „AmNeuen Palais“ der Universität Potsdam. Aufgrund der Lage im gestalteten Landschaftsraum „Westpark Sanssouci“ und im Wirkungsfeld der UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ wurde in gemeinsamer Abstimmung von Landeshauptstadt Potsdam, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Brandenburgischem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Universität Potsdam und Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen und 2014 unterzeichnet, welche die landschaftspflegerische Reparatur und bauliche Neuordnung des Universitätscampus am Neuen Palais, aufgegliedert in vier Abschnitte über die nächsten Jahrzehnte, regelt. Auf Basis dieser Verwaltungsvereinbarung wurde 2014/15 ein Architektenwettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnis die Grundlage für u.a. die Planung und Realisierung des 1. Bauabschnitts (Baufeld 1 A+B) bildet.

Im 1. Bauabschnitt sind zunächst zentrale Einrichtungen mit teilweise technisch sehr anspruchsvollen Nutzungen (insbesondere Rechenzentrum, audiovisuelles Zentrum und Druckerei) sowie eine neue Heizzentrale (nicht Bestandteil des hier ausgeschriebenen Auftrags) für den gesamten Universitätsstandort am Neuen Palais vorgesehen. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Wettbewerbsentwurf (Arch.: Bruno Fioretti Marquez Architekten GbR Berlin) sieht hierfür den Neubau von zwei kompakten 2-geschossigen Baukörpern als Massivbauten mit zentral gelegenen begehbaren Innenhöfen vor und integriert die Fläche für die Heizzentrale in die Neubebauung. Aufgrund der hydrologischen Gegebenheiten erfolgt keine Unterkellerung. Im Dachraum (Pultdächer) sind teilweise Lüftungszentralen und Aufstellflächen für die Rückkühler des Rechenzentrums vorgesehen.

Der Abbruch des bestehenden Heizhauses und die Errichtung der Neubebauung werden so geplant, dass jederzeit die Wärmeversorgung des Standortes gewährleistet ist. Die Neubauten sollen an die bestehende Wasser- und die neu zu errichtende zentrale Wärmeversorgung angeschlossen werden, die als BHKW mit erdgasbetriebenen Kesseln geplant ist. Die Einbindung regenerativer Energien in die Energieversorgung sowie eine Ankopplung der Kühlanlagen der zentralen Rechentechnik an das Heizungssystem zur Nutzung von Wärmegewinnen im Winter und in den Übergangszeiten soll geprüft werden. Für die Heizungs- und raumlufttechnischen Anlagen sowie die Betriebs- und Störmeldungen von weiteren haustechnischen Anlagen ist eine zentrale Steuerung vorgesehen.

Der Zentralserver ist das Herzstück der Informationsverarbeitung und Kommunikation der Universität. Die Gewährleistung einer kontinuierlichen technischen Verfügbarkeit der Servereinheiten hat hohe Priorität. Eine entscheidende Bedeutung kommt hierbei der redundanten Auslegung der Versorgungspfade zu. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für den Hochschulbetrieb (Sicherung aller Daten von Forschung, Lehre und Verwaltung) müssen die Servereinheiten außerdem besonderen Sicherheits- und Klimatisierungsanforderungen genügen und benötigen spezifische Brandschutzmaßnahmen für den Fall von Überhitzung. Der Nutzer strebt eine Prüfung, Auditierung und Zertifizierung der IT-Infrastruktur durch den TÜV nach dem Kriterienwerk Trusted Site Infrastructure (TSI), mind. Level 2 an.

Für den störungsfreien Betrieb des audiovisuellen Zentrums werden insb. spezifische Vorkehrungen bzgl. Schallschutz und Klimatisierung/Lüftung erforderlich.

Für den störungsfreien Betrieb der Druckerei werden insbesondere spezifische Vorkehrungen bzgl.Schallschutz, der Klimatisierung/Lüftung sowie der Brandmeldetechnik erforderlich.

Verfahren

Die vorgesehene Vergabe umfasste die Leistungen der Technischen Ausrüstung gem. HOAI 2013 §55.

Im Einzelnen: Anlagengruppe 1 (Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen), Anlagengruppe 2 (Wärmeversorgungsanlagen), Anlagengruppe 3 (Lufttechnische Anlagen), Anlagengruppe 4 (Starkstromanlagen), Anlagengruppe 5 (Fernmelde- und informationstechnischeAnlagen), Anlagengruppe 6 (Förderanlagen), Anlagengruppe 7 (nutzungsspezifische Anlagen, hier insb. Feuerlöschanlagen) und Anlagengruppe 8 (Gebäudeautomation).

Termine

Veröffentlichung EU-Auftragsbekanntmachung: 09/2015
Bewerbungsfrist: 10/2015
Verhandlungsgespräche: 01/2016