Neugestaltung Schützenbastion Stralsund

Anlass/Ziel

Die Hansestadt Stralsund plant die städtebauliche Reaktivierung und Gestaltung des sich im südwestlichen Randbereich der Altstadt befindlichen Areals „Schützenbastion“.

Die Schützenbastion ist Bestandteil der historischen Wallanlagen rings um die Altstadt. Heute stellt sich die Bastion als eine weiträumige Freianlage dar, die von einer wichtigen Rad- und Fußwegeverbindung von der Frankenvorstadt bis zur Altstadt tangiert wird. Die gegenwärtig vorhandenen Verkehrs- und Freianlagen weisen erhebliche Mängel und Nutzungsdefizite auf und stellen insgesamt einen städtebaulichen Missstand im Stadtbild dar.

Grundsätzliche städtebauliche Ziele sind eine Wiedererlebbarmachung der im Denkmalbereich Altstadt gelegenen historischen Bastion und die Entwicklung einer öffentlichen Freifläche mit Aufenthaltsqualität unter Gewährleistung wichtiger Sichtbeziehungen zur Altstadt und zu den umliegenden Teichen.

Aufgrund des erheblichen Unterangebotes an Parkierungsflächen für PKW im südwestlichen Altstadtbereich und des ungebrochen starken Parkdrucks auf die öffentlichen Stellplätze im Straßenraum und in den Parkhäusern der Altstadt ist außerdem die Integration einer Stellplatzanlage auf diesem Areal vorgesehen. Der Standort begründet sich durch seine verkehrsstrategisch günstige Lage am Altstadtrand und die fußläufige Nähe zum Neuen Markt.

Unter Berücksichtigung der städtebaulichen Lage und der denkmalpflegerischen Belange soll die zu planende Stellplatzanlage mit ca. 220 PKW-Stellplätzen Bezug auf die Konturen der historischen Festungsanlage nehmen. Die besondere Lage im Eingangsbereich der Altstadt mit Blickbeziehung zur Marienkirche erfordert hohe Anforderungen an die Ausbildung und Gestaltung des Parkhauses. So soll das Parkhaus teilweise als Tiefgarage geplant werden. Die obere Ebene soll als multifunktionale, öffentlich nutzbare Platzfläche ausgebildet werden, die nur temporär Stellplätze für PKW anbietet. Die Fassaden müssen eine hohe Gestaltqualität aufweisen.

Die umgebenden Freiflächen sollen als Grünflächen mit Aufenthaltsqualität neu gestaltet werden und den Charakter der benachbarten Wallanlagen aufnehmen.

Mit Beschluss der Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund über die Fortschreibung des Managementplans Altstadt vom 21.01.2016 wurde die Einordnung eines Parkierungsschwerpunktes auf der Schützenbastion als Ziel der Sanierung bereits formuliert. Damit wird die von der Hansestadt Stralsund verfolgte Strategie der Anordnung von Parkierungsschwerpunkten rings um die Altstadt und die damit verbundene Reduzierung des Parksuchverkehrs in der Altstadt weiter und konsequent verfolgt. Auch der seit 1. August 2016 verliehene Status „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ist eng verknüpft mit der Umsetzung der in der Fortschreibung des Verkehrskonzeptes für die Altstadt vorgesehenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und stützt damit die Planungsabsichten der Hansestadt Stralsund für die Entwicklung des Parkierungsstandortes Schützenbastion am Rande der Altstadt.

Ziel des Wettbewerbes ist die Erlangung eines realisierbaren Entwurfs, der die gestalterischen, funktionalen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Anforderungen erfüllt und sich mit den architektonischen und freiraumplanerischen Ansprüchen des Standortes auseinandersetzt.

Für die Baumaßnahme wird ein Kostenrahmen (KG 300 bis 500) nach DIN 276 von 7.500.000,- Euro (brutto) angestrebt. Es ist geplant die Baumaßnahme 2021 zu beginnen.

Verfahren

Die Auslobung erfolgt als nichtoffener, einphasiger Planungswettbewerb für Landschaftsarchitekten in Bewerbergemeinschaft mit Architekten (Hochbau), bauvorlageberechtigten Ingenieuren und auswärtigen Berufsangehörigen mit gleichwertiger Qualifikation nach RPW 2013. Eine Zusammenarbeit mit einem Verkehrsplaner wird empfohlen.

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der öffentlichen Bekanntmachung (Nr. 2019/S 009-017247) im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union, veröffentlicht am 14.01.2019, in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW) folgende Landschaftsarchitekturbüros in Bewerbergemeinschaft mit Architekturbüros für die Wettbewerbsteilnahme bestimmt:

  • arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg / ppa architekten + stadtplaner gmbh, Lübeck
  • geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH , Berlin / KOLB RIPKE Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
  • Holzwarth Landschaftsarchitektur, Berlin / TRU Architekten Part mbB, Berlin
  • SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin / HPP Architekten GmbH, Berlin
  • STORCH.LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, Dresden / Architektengemeinschaft MM+H GmbH, Pirna
  • TDB Landschaftsarchitektur Partnerschaft, Berlin / CKRS Architektengesellschaft mbH, Berlin
  • Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin / AFF architekten, Berlin
  • Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg / me di um Architekten, Hamburg

Folgende Teilnehmer hat der Auslober nach denselben Kriterien vorab ausgewählt:

  • bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh bdla, Berlin / Glass Kramer Löbbert Gesellschaft von Architekten GmbH, Berlin
  • BHF LandschaftsArchitekten GmbH Bendfeldt Herrmann Franke, Schwerin / Schaltraum Dahle-Dirumdam-Heise Partnerschaft von Architekten MBB, Hamburg
  • Bruun & Möllers GmbH & Co. KG Garten- und Landschaftsarchitektur, Hamburg / panta ingenieure GmbH, Hamburg und bof architekten partnerschaft mbb, Hamburg
  • ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin / Atelier ST Gesellschaft von Architekten mbH, Leipzig
  • WEIDINGER LANDSCHAFTSARCHITEKTEN GmbH, Berlin / vielmo architekten gmbh, Berlin

Preisgericht

Fachpreisrichter/innen
  • Prof. Gabriele Kiefer, Landschaftsarchitektin, Berlin
  • Hon. Prof. Stefan Pulkenat, Landschaftsarchitekt, Gielow
  • Prof. Heinz Nagler, Architekt/Stadtplaner, Cottbus
  • Prof. Hilde Leon, Architektin, Berlin
Stellvertretende Fachpreisrichter/innen
  • Astrid Zimmermann, Landschaftsarchitektin, Berlin
  • Claus Sesselmann, Architekt, Rostock
Sachpreisrichter/innen
  • Dr. Alexander Badrow, Oberbürgermeister Hansestadt Stralsund
  • Ekkehard Wohlgemuth, Amt für Planung und Bau, Amtsleiter Hansestadt Stralsund
  • Gerd Habedank, Geschäftsführer Liegenschaftsentwicklungsgesellschaft der Hansestadt Stralsund mbH
Stellvertretende Sachpreisrichter/innen
  • Heino Tanschusdes, Senator und 2. Stellvertreter Oberbürgermeisters Hansestadt Stralsund
  • Kirstin Gessert, Abteilung Planung und Denkmalpflege, Abteilungsleiterin Hansestadt Stralsund
Sachverständige
  • Stephan Bogusch, Abteilung Straßen und Stadtgrün, Abteilungsleiter Hansestadt Stralsund
  • Gunnar Möller, Abteilung Planung und Denkmalpflege, Untere Denkmalschutzbehörde Hansestadt Stralsund
  • Beate Löffler, Abteilung Planung und Denkmalpflege Hansestadt Stralsund
  • Ronny Planke, Geschäftsführerin Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH
  • Kerstin Jagusch, Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH
  • Holger Chamier, Geschäftsführer Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH
  • Jens-Uwe Schwepler, Geschäftsführer Schwepler+Wieck Ingenieurbüro für Baukonstruktion und Baustatik, Stralsund
Kammervertretung
  • Jörn Willert, Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern

Der Auslober behält sich vor, weitere Sachverständige bzw. Vorprüfer zu benennen.

Termine

Ausgabe der Auslobungsbroschüre 22.02.2019

Frist zur Einreichung der Teilnahmebestätigung per FAX 01.03.2019

Frist für schriftliche Rückfragen bis 01.03.2019

Ortsbesichtigung / Rückfragenkolloquium / 07.03 2019

Schriftliche Beantwortung der Rückfragen bis 15.03 2019

Abgabe der Wettbewerbsarbeit 09.05 2019

Preisgericht 28.05.2019

Preisträger